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Kritisches Forum für Kunst, Kultur und Fragen der Zeit e.V.

Kontra-Punkte II-2

Sonntag, 11.11.2012 - 11 Uhr

Steine des Anstoßes – “Stolpersteine” zum Gedenken an die vergessenen NS- Opfer

Einladung zum öffentlichen Vortrag mit anschließender Diskussion

Die Wittlicher Georg-Meistermann-Gesellschaft lädt am 11.11.2012, zwei Tage nach dem Gedenktag an die Reichspogromnacht von 1938, im Rahmen ihrer Reihe "Kontrapunkte" zu der öffentlichen Veranstaltung "Steine des Anstoßes - Stolpersteine zum Gedenken an die vergessenen NS- Opfer" ein. Der Trierer Privatdozent Dr. Thomas Schnitzler wird einen allgemeinen Überblick über das international bekannte und europaweite realisierte "Stolperstein"-Projekt des Künstlers Gunter Demnig geben.

Mit seinen “Stolpersteinen” aus Messing erinnert der Kölner Künstler Gunter Demnig an die Opfer der NS-Zeit, indem er vor ihrem zuletzt bekannten Wohnort Gedenk-Pflastersteine mit Namensgravuren und Lebensdaten in den Gehweg einlässt. Mit den kleinen und vor den jeweiligen Wohnhäusern zurückhaltend wirkenden Stolpersteinen wird die Erinnerung an die Menschen lebendig, die einst hier wohnten. Das Bücken, um die Texte auf den Stolpersteinen lesen zu können, soll unter anderem eine respektvolle Verbeugung, eine ehrenvolle Bezeugung und ein stilles Innenhalten vor den Opfern symbolisieren. Wie Gunter Demnig zu seinem Projekt ausführt, “ist ein Mensch erst dann vergessen, wenn sein Name vergessen ist".

Vortrag Schnitzler - Foto Stolperstein - (c)-Dr Justinus Maria Calleen [kl.]

Stolperstein für Salomon Cahn  (Foto: J. M. Calleen)

Im Jahre 2009 wollte eine private Initiative von Natalie Vollmer, Dr. Justinus Maria Calleen und Hans Jörg Krames auch für die Kreisstadt das Projekt “Stolpersteine für Wittlich” ins Leben rufen. "Die 'Stolpersteine für Wittlich' sollten im umfassenden Sinne unter anderem an die Vertreibung und Ermordung der Juden, Zigeuner, politisch Verfolgten, Homosexuellen, Zeugen Jehovas, Euthanasieopfer sowie an engagierte Christen erinnern", so Dr. Justinus Maria Calleen und Hans Jörg Krames in einer damaligen Pressemitteilung. Ferner bestand die Absicht, mit dem neuen Wittlicher Stolperstein-Projekt die konservative und seit Jahren sehr konventionell betriebene Gedenkarbeit der Kleinstadt Wittlich auf ein überregionales und zeitgenössisch aktualisiertes Niveau zu heben. Gleichzeitig wollte man das Wittlicher Stolperstein-Projekt in ein grenzüberschreitendes, europäisches „Netzwerk der Erinnerung“ integrieren.

Die Wittlicher Stolperstein-Aktion wurde aber von Anfang an von verschiedenen Wittlicher Kommunalpolitikern, der Sadtverwaltung, Privatpersonen und Gruppen massiv torpediert und umfassend behindert. Die Folge war, dass dieses für Wittlich so einmalige Kunst- sowie internationale Erinnerungs-Projekt in der hiesigen Kreisstadt nicht umgesetzt werden konnte. In einem aufklärerischen Erinnerungsgespräch werden die beiden Wittlicher Stolperstein-Initiatoren, Dr. Justinus Maria Calleen und Hans Jörg Krames, im Anschluss an den Vortrag von Dr. Schnitzler über die weit reichenden Schwierigkeiten, aber auch über die im Verborgenen stattgefundenen Eingriffe und politischen Hintergründe informieren, die schließlich in Wittlich zum Scheitern des großen Stolperstein-Projektes geführt haben.

Die Veranstaltung findet ab 11:00 Uhr im “Casino”, 54516 Wittlich, Friedrichstraße 4, statt. Der Eintritt ist frei. Im Anschluss daran besteht die Möglichkeit, im “Casino”-Restaurant ein Mittagessen einzunehmen.

 

383 - Vortrag Schnitzler Stolpersteine - 11.11.12 [kl]

Der Referent des Tages, Dr. Thomas Schnitzler aus Trier
(2. von rechts), versorgte in seinem Lichtbildvortrag die Zuhörern mit sehr vielen wissenswerten Informationen zu der besonderen, dezentralen Gedenkform der “Stolpersteine”, die mittlerweile ein europaweites Erinnerungs-Netzwerk bilden. Hans-Jörg Krames (rechts) und Dr. Justinus Maria Calleen von der GM-Gesellschaft berichteten über die Hintergründe, die 2009 zum Scheitern der Wittlicher Stolperstein-Initiative geführt haben. Ein interessiertes Publikum beteiligte sich in der anschließenden Diskussion mit Vorschlägen, wie eine neuerliche Inititive für eine Verlegung von Stolpersteinen in Wittlich ins Leben gerufen werden könnte.
Die Gedenkarbeit des Urhebers der Stolperstein-Aktionen, der Kölner Künstler Gunter Demnig, ist jüngst mit dem Erich-Kästner-Preis gewürdigt worden.

Foto: S. Endres

... “Neuer Anstoß zu Stolpersteinen” ... (Trierischer Volksfreund vom 26.11.12)
... “Stolpersteine bleiben in Wittlich ein Thema” ... (Trierischer Volksfreund vom 10./11.11.12)
... “Kästner-Preis für Schöpfer der Stolpersteine” ... (Trierischer Volksfreund vom 26.11.12)
... www.stolpersteine.com ... - Ein Kunstprojekt für Europa von Gunter Demnig